Nikolas Zimmermann
@nikzimmer87
Meteorologe im Wienerwald. Begeistert von Wetter und Weltraumwetter, Freund von Schnee, Gewitter und Sturm.
Die nassesten Stationen heute: 29,9 mm Bad Deutsch-Altenburg 15,5 mm Laab im Walde 13,2 mm Brunn am Gebirge
Da die Gewitter rückseitig entstehen, bleibt die Unwettergefahr meist gering. Lokaler Platzregen und kräftige Böen sind aber ebenso möglich wie kleiner Hagel (begünstigt durch die vergleichsweise niedrige Nullgradgrenze).
Auf der Rückseite ausgeprägter Tiefs über Polen kann auch Wien zu den blitzreichsten Orten des Tages zählen. So wie heute: Quer über Niederösterreich hat sich die typische, nahezu stationäre Lee-Konvergenz entwickelt... ein Waldviertelexpress wie aus dem Lehrbuch.
Das Gewitter ist weiterhin aktiv und erreicht mittlerweile Albanien. Dahinter haben sich über der Adria weitere Gewitter entwickelt.
Eine Webcamaufnahme der heutigen Gewitterfront in Porto Sant’Elpidio (Marken). Das Gewittersystem entstanden beim Lago Maggiore und lag nur 12 Stunden später vor der Küste von Brindisi.
Meteotsunamis sind weltweit möglich. Eine Gewitterfront erzeugt Luftdruckschwankungen und dadurch eine Welle im Meer. Bewegt sich das Gewitter mit nahezu derselben Geschwindigkeit wie die Welle, verstärkt es diese kontinuierlich. An Küsten kann daraus ein Meteotsunami entstehen.
Wenn große Gewitterfronten von der Po-Ebene über die Adria ziehen, können sie in Kroatien sogenannte Meteotsunamis auslösen. Heute trat in Dalmatien bereits der zweite Fall innerhalb weniger Tage auf, lokal stieg der Meeresspiegel offenbar um mehr als 1 Meter in nur 10 Minuten (Video via neverin.hr)
Zurück im Lande nach einer Woche Kamenjak... So unfassbar schönes Wasser 🤩🌊
Die Unwetterfront über Pula. Ein paar Minuten später ging der Sturm los 🌬️
Quellwolken und Wärme bis spätabends... Grüße aus Triest im Sommermodus.
Noch schlimmer als 2022 sieht es aktuell am Mölltaler Gletscher aus. Es ist noch gar nicht lange her, da konnte man um diese Jahreszeit noch Skifahren (siehe 9. Juli 2021 ↘️).
Anbei die Lage in den vergangenen sechs Jahren... nur 2022 war noch etwas schlimmer.
Die Höchstwerte am Tag nach der Kaltfront... Im Osten hat's örtlich nochmal für einen 30er gereicht, aber immerhin war es heute um 10 Grad kühler als noch am Montag.
Erstmals seit dem 17. Juni lag die Tiefsttemperatur in der Wiener Innenstadt vergangene Nacht wieder knapp unter 20 Grad.
Die Abkühlung ist unterwegs. Sowohl auf der θₑ-Analyse (einem Maß für den Wärme- und Feuchtegehalt der Luft) als auch im Satellitenbild ist der Verlauf der Kaltfront gut zu erkennen. In den kommenden Stunden herrscht im Süden und Osten erhöhte Unwettergefahr.
Von 251 Wetterstationen im Land, die seit mindestens 15 Jahren messen, haben 60 einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Bei weiteren 88 Wetterstationen gab es einen neuen Junirekord.
In Bregenz und Salzburg wurde sogar ein Allzeitrekord für den gesamten Sommer aufgestellt, in Linz wurde er egalisiert.
In allen Landeshauptstädten wurde die längste Serie an Hitzetagen in einem Juni seit Messbeginn verzeichnet. In St. Pölten wurde die Serie zwar am 23. Juni mit einem Höchstwert von 29,8 Grad knapp unterbrochen, dennoch wurde auch dort ein neuer Rekord erreicht.
Am Mittwoch steht im Süden und Osten der letzte Tag dieser historischen Hitzewelle bevor. Die Rekordbilanz ist überwältigend: Bei den Tagen mit über 35 Grad (umgangssprachlich „Wüstentage“) wurden in allen Landeshauptstädten Junirekorde aufgestellt oder eingestellt.
Auf Hitze folgen Blitze... Vom Arlberg bis in die Obersteiermark gab es heute lokal extreme Niederschlagsmengen. Am Dienstag und v.a. Mittwoch folgen weitere Unwetter.
Auf der Jubiläumswarte lag der Tiefstwert vergangene bei 27 Grad, in der Innenstadt bei 26. 🥵
Noch sehr unsicher. Die Modelle zeigen Potenzial für eine weitere Hitzewelle in Westeuropa in der zweiten Juliwoche hin, die sich zur Monatsmitte nach Mitteleuropa ausdehnen könnte. Das ist aber noch nicht fix, siehe auch die Unsicherheiten bzw die Spannweite der Berechnungen für London.
Mit rund 40 Grad war heute der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Wien. Die kommende Nacht wird extrem warm – in der Stadt sinken die Temperaturen kaum unter 26 Grad.
Heute war der heißeste Junitag, den dieses Land je erlebt hat. An 117 von 268 Messstationen wurde die 35-Grad-Marke überschritten. Monatsrekorde gab es u.a. in Wien, Linz, Innsbruck , Salzburg, St.Pölten und Eisenstadt. Morgen wird es im Osten noch etwas heißer.
Bei dem Wetter ist Wandern in den Ostalpen kein gutes Hobby mehr... Selbst am Klosterwappen werden 20 Grad gemessen, am Schladminger Gletscher sind es 17 Grad. Abkühlung gibt’s nur noch im Inneren des Berges, wie etwa in einem alten Bergwerk.