Barbara Schuster
@barbaraschuster
Stellvertretende Chefökonomin @momentum-institut.at / PhD @nssrnews.bsky.social / wealth, labor, feminism, climate, inequality
Neue Umfrage, bestätigtes Ergebnis: 59% der Bevölkerung wollen #Erbschafts- & #Schenkungssteuern. Vor allem #Millionenerbschaften sollen besteuert werden – nur so kann ein Zunehmen der #Vermögenskonzentration verhindert werden. Denn vom zukünftigen Erbvolumen (800 Mrd) geht die Hälfte an die Top 5%.
Österreichs #Steuerstruktur verstärkt diese Schieflage. Nur 1 Prozent der gesamten Steuereinnahmen kommen aus vermögensbezogenen Steuern (EU-Schnitt: 3,4 Prozent). Österreich liegt damit auf Platz 35 von 38 OECD-Staaten. Vermögen-, Erbschafts- und Schenkungssteuern fehlen seit Jahrzehnten. 6/
Die neue #Reichenliste des trend Magazins zeigt erneut: extreme #Vermögen lassen sich mit Arbeitseinkommen nicht annähernd erreichen. Spart eine Person mit 28.506 Euro Nettojahreseinkommen (Median) dieses gänzlich, braucht sie 1,3 Mio. (!) Jahre um auf das größte Vermögen Österreichs zu kommen. 1/
Das #trend Magazin hat die #Vermögen der 100 Reichsten in Österreich veröffentlicht: ▪️100 Familien besitzen 10% des Gesamtvermögens ▪️53 Milliardär:innen – stehen 1.441.000 Armutsgefährdete gegenüber ▪️Den Top 5% gehören 53% ▪️Die untere Bevölkerungshälfte teilt 4% ➡️Vermögen- & Erbschaftssteuern jetzt!
Ergebnis unsere #Budgetanalyse: Haushalte schultern das Sparbudget. 2027 tragen Unternehmen netto mehr zur Budgetsanierung bei, aber ab 2028 finanziert ihr Sparbeitrag überwiegend die Lohnnebenkosten-Kürzung. Haushalte stemmen jedoch 1,6 Mrd. Euro. 4x so viel wie Unternehmen. Alle Details ⬇️
Bisher musste für über-60-Jährige kein Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) geleistet werden, diese Befreiung fällt jedoch ab 2028. Ab dann beträgt der neue (verminderte) Beitragssatz für alle Beschäftigten 2,7%. Die Regierung macht damit ältere Beschäftigte für Betriebe teurer. 3/
Die #Arbeitslosenzahlen zeigen abermals die hohe #Altersarbeitslosigkeit. Kurz vor dem Pensionsalter steigt die Arbeitslosenquote deutlich an: 15,6% bei 64-jährigen Männern, 9,8% bei 61-jährigen Frauen. Gleichzeitig macht die Regierung im Zuge des Sparpakets ihre Beschäftigung für Betriebe teurer.1/
Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 1.500 und 2.629 Euro bedeuten die höheren Arbeitslosenversicherungsbeiträge einen jährlichen Nettoverlust von mehreren hundert Euro. Im unteren Einkommensbereich, sowie im Median von Frauen, summiert sich dieser Verlust auf bis zu 735 Euro pro Jahr. 5/
Im Zuge der #Budgetsanierung ist eine Erhöhung der Beiträge zur #Arbeitslosenversicherung geplant. Das trifft vor allem jene, die ohnehin schon wenig bezahlt bekommen. Selbst für viele Vollzeit-Beschäftigte bedeutet die Maßnahme de facto eine #Lohnkürzung. 1/
Ein Grund für die Lücke ist, dass Selbstständige und Bäuer:innen niedrigere Pensionsbeiträge von ihrem Einkommen abliefern als Arbeitnehmer:innen. Während für unselbstständig Beschäftigte 22,8 % ihres Bruttogehalts einbezahlt wird, liegt der Beitragssatz für Selbstständige mit 18,5 % darunter. 6/
Arbeitnehmer:innen zahlen ihre #Alterspensionen fast zur Gänze selbst. Bei Selbstständigen und Bäuer:innen ist die Finanzierungslücke umso größer. Sie bekommen einen Pensionszuschuss – die “Partnerleistung”. Deren Streichung könnte rund 600 Millionen Euro an Pensionsausgaben pro Jahr einsparen. 1/
Ob die Waffenruhe zwischen USA & Iran hält, ist ungewiss. Die Lage auf den Energiemärkten bleibt angespannt. Hohe #Energiepreise dürften wohl noch länger anhalten. Viele Staaten haben bereits auf die #Energiekrise reagiert, doch statt den Verbrauch zu senken, setzen die meisten auf Preisdämpfung. 1/
Wir stehen vor der schwersten #Energiekrise seit Jahrzehnten. Die aktuelle Preiskrise droht sich in eine Versorgungskrise zu verwandeln. #Treibstoff könnte schon bald knapp werden. Klar ist: Der Energieverbrauch muss sinken. Tempo 100 würde den #Spritverbrauch um fast ein Viertel reduzieren. 1/
Die Grünen haben einen dringlichen Antrag zur Erbschaftssteuer im Nationalrat eingebracht. Der Antrag wurde abgelehnt, die Erbschaftssteuer-Debatte ist jedoch entfacht – und die Wiedereinführung längst überfällig. Unsere Analyse zeigt: für 98 % der Haushalte fallen 0 Euro Erbschaftssteuer an. 1/
2 #Femizide. Ich will weinen. Ich will schreien. Ich will, dass sich was ändert. Dass nicht alle 2 Wochen eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet wird. Dass Männer Frauen nicht als Besitz betrachten. Dass die Regierung aktiv wird – statistische Erfassung verhindert nicht, dass Femizide passieren.
Der neue World Inequality Report zeigt: 56.000 Personen besitzen 3x so viel Vermögen wie 2.800.000.000 Personen zusammen. Die extreme globale #Vermögensungleichheit hält sich seit Jahrzehnten – und steigt weiterhin an. Mehr zu Vermögen in Österreich im Thread ⬇️ 📄 wir2026.wid.world/www-site/upl...
Die Vermögensteuer wurde 1993 abgeschafft. Die verbleibenden Steuern – etwa die #Grundsteuer – bringen in ihrer aktuellen Ausgestaltung nur geringe Einnahmen und sollten modernisiert werden. 5/
Heute erschien die 5. Welle des Household Finance and Consumption Survey (HFCS). Die Erhebung zeigt: #Vermögen ist weiterhin stark konzentriert – obwohl die Vermögensspitze aufgrund des fehlenden Oversamplings gar nicht abgebildet wird. Ein Ausweg wären Vermögensteuern nach norwegischem Vorbild. 1/
Die #Lohnverhandlungen für #Sozialwirtschaft und #Handel gehen heute in die nächste Runde. Die Entwicklung von Preisen und Tariflöhnen seit 2021 zeigt: Die letztjährigen Abschlüsse haben den in der Hochinflationsphase entstandenen Kaufkraftverlust noch nicht ausgeglichen. 1/
Der neue G20 Report von @josephestiglitz.bsky.social et al. warnt vor einem #Ungleichheits-Notstand. Gut ausgestaltete #Steuersysteme könnten die Verteilung von Einkommen und Vermögen gerechter machen. Doch in Österreich wird Einkommen aus Arbeit weiterhin höher besteuert als Millionenvermögen. 1/
Besonders alarmierend: In mehreren Bundesländern liegt ein erheblicher Teil der Handelsbeschäftigten mit ihrem Einkommen unter der #Armutsgefährdungsschwelle von 1.661 Euro netto für eine Einzelperson. 5/
Diese Woche starten die KV-Verhandlungen für die rund 580.000 Arbeiter:innen und Angestellten im österreichischen #Handel. Unsere Analyse zeigt: Wer im Handel arbeitet, bekommt oft deutlich weniger bezahlt als jene in der Gesamtwirtschaft – besonders betroffen davon sind Frauen. 1/
Kerosin ist nach wie vor in der gewerblichen Luftfahrt von der Mineralölsteuer befreit. Eine Aufhebung der Steuerbefreiung von Kerosin kann jährlich 580 Mio.€ bringen (Hochrechnung der möglichen Einnahmen des 1. Halbjahrs 2025), wie Berechnungen des @vcoe.bsky.social zeigen. 3/
Heute ist internationaler Tag des Klimaschutzes. Eine bessere Besteuerung des Flugverkehrs durch eine Modernisierung der Ticketabgabe und eine Reduktion von klimaschädlichen Subventionen schützt nicht nur das Klima, sondern bietet auch ein Einnahmenpotenzial von 1,8 Mrd. Euro. 1/
In der Daseinsvorsorge fehlen bereits jetzt Arbeitskräfte. Bei diplomierten Gesundheits- & Krankenpflegenden kommen 4 offene Stellen auf 1 Arbeitslose:n, bei Elementarpädagog:innen 2,8, bei Fach-Sozialbetreuer:innen für Altenarbeit 2,5 und bei Pflegefachassistenzen 1,5. 4/
Heute begann die 1. #Verhandlungsrunde der #Sozialwirtschaft. Die Gewerkschaft fordert einen Abschluss über der Inflationsrate – den bräuchte es um fehlende Arbeitskräfte in die Branche zu holen. Denn trotz des Personalmangels werden soziale systemrelevante Berufe unterdurchschnittlich entlohnt. 1/
Ein weiterer Euro lässt sich durch die Deckelung überhöhter Profitmargen einsparen, wie es Rumänien bereits macht. Insgesamt ersparen sich Supermarkt-Kund:innen somit 15 Euro. Anstatt 100 Euro müssen sie durch das Bündel an Maßnahmen nur 85 Euro zahlen. 3/
#Lebensmittel haben sich in den vergangenen vier Jahren deutlich stärker verteuert als die allgemeinen #Verbraucherpreise. Daher braucht es dringend wirksame Maßnahmen der Regierung gegen die hohen Lebensmittelpreise. Eine Supermarktrechnung von 100 Euro lässt sich damit auf 85 Euro drücken. 1/
Heute verhandeln zwei Branchen ihre #Kollektivverträge: #Sozialwirtschaft und #Eisenbahn. Beide Branchen haben im Vergleich deutlich mehr #Personalengpass als andere. Um dem Mangel an Pflegekräften und Elementarpädagog:innen entgegenzuwirken, braucht es überdurchschnittliche Lohnsteigerungen. 1/
In Tirol, Vorarlberg & Salzburg sind sogar je 4 von 10 Mietwohnungen nicht von der Mietpreisbremse umfasst, da freifinanzierte Neubauten von der Deckelung ausgenommen sind. Dort sind die Mieten jedoch am höchsten. Österreichweit wohnt knapp ¼ der mietenden Haushalte in freifinanzierten Neubauten. 3/