Christian Seidl
@cseidl
Sprachwissenschaftler, politisch interessiert. In Zürich wohnhaft, aber aus 🇦🇹
Aber der Schaumgeborene hat doch geschafft, was keinem anderen gelungen wäre:
Ein AfD-Abgeordneter lädt zu einer Vorführung von "Citizen Vigilante". Das p.t. Publikum reagiert so: www.nzz.ch/deutschland/...
Während der echte Schwejk in der Schweiz kaum bekannt ist, hat der Schauspieler Alfred Rasser 1945 Hašeks Roman hemmungslos ausgebeutet und daraus den "HD (= Hilfsdienstsoldaten) Läppli" geschaffen, der als Theaterstück und dann als Film ein Riesenerfolg wurde.
Nach der jüngsten Wahl musste ich unbedingt einen Lokalaugenschein im von Fidesz befreiten Budapest machen, dessen Parlament jetzt noch heller leuchtet als zuvor. Das Foto ist @meretbaumann.bsky.social gewidmet, die Budapest so liebt, als Dank für ihre empathische Berichterstattung in der @nzz.ch.
Der Bericht im "Spiegel" über die kommende Volksabstimmung in der Schweiz strotzt vor Ungenauigkeiten: • Die Deutschen sollen nicht rausgeworfen werden; es sollen einfach nicht mehr so viele neue reingelassen werden. • "SVP" heißt "Schweizerische (nicht: Schweizer) Volkspartei". 1/2
Wenn man sich die Resultate der Abstimmung gemeindeweise ansieht, so war der Wahlkreis Trento der einzige, der durchwegs über 70% Neinstimmen lieferte.
Der bisherige König Umberto verließ am 13. Juni unter Protest das Land, ohne offiziell abzudanken, entband aber (im Gegensatz zu Ex-Kaiser Karl 1919 im Feldkircher Manifest, ja, ja, ja...) alle, die ihm den Treueeid geleistet hatten, von ihren Pflichten ihm gegenüber. 4/
Wie man sehen kann, gab es eine ziemlich klare Zweiteilung des Landes: Der Norden für die Republik (am deutlichsten im Wahlkreis Trient/Trento), der Süden für die Monarchie (am deutlichsten im Wahlkreis Napoli-Caserta). 2/
Am 2./3. Juni 1946 stimmten die Italienerinnen und Italiener über die künftige Staatsform ab. Sie entschieden sich relativ knapp mit 54% zu 46% für die Einführung der Republik. Hier das berühmt gewordene Photo, das zum Symbol der Abstimmung wurde: 1/
Das passt grad gut: Vorgestern war ich auf dem Minarett im Schlosspark von Lednice, das ja von Hardtmuth als Architekt verantwortet worden ist.
Look @dannybate when I saw your picture, I thought I knew the location. But as a scientist, I had to check it. And the evidence is now clear: you were at the border in Heiliger Stein next to Hnanice, weren‘t you?
Das ist diese typisch österreichische Zurschaustellung von Religiosität; offenbar ein Erbe der Gegenreformation. Man will den anderen zeigen, dass man schon rechtgläubig ist und macht den Glauben dann an Äußerlichkeiten fest. Dagegen sagt Jesus (Matthäus 6,6):
Aber "germ dumplings" darf man doch essen? (Via @karlamov.bsky.social )
Im Schweizer Privat-TV wurde soeben ein Wiener Schnitzel (das doch wunderbare Blasen geworfen hatte!) mit einer Portwein-Reduktion übergossen... 😱😱😱
Die Flottille der Freiheit eilt Iran zu Hilfe. Greta ruft: "Revolutionsgarden, haltet durch! Wir kommen!" (Im Hintergrund ist Jean-Luc Mélenchon zu erkennen, der französische Links-Außen-Politiker.)
Endlich! Das neue Bundesratsfoto ist erschienen (und kommt in die Sammlung von @moserat.bsky.social ). Wie üblich hat der neue Bundespräsident (für 2026: Guy Parmelin) den Auftrag erteilt; er erging an vier Schüler der Berufsfachschule Vevey. Das Dekorum ist auf eidgenössische Art vornehm.
Diabolisches Abstimmungsresultat im Kanton Thurgau: Selbst an hohen Feiertagen (z.B. Karfreitag, Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag, Weihnachten) sind künftig weltliche Veranstaltungen (sogar Tanz!) erlaubt, solang sie im Innern und für höchstens 500 Leute stattfinden. Das Ja war aber knapp.
Zwischenstand nach 5 von 9 Stimmbezirken in der Stadt Zürich: 62% sind für das Verbot der Laubbläser. Damit ist die Sache klar, denn sowohl linke als auch rechte Stadtkreise haben "ja" gesagt.
Typisch für Schweizer Volksabstimmungen ist, dass über Wichtiges und Nebensächliches abgestimmt wird. In der Stadt Zürich geht es z.B. um die besagten Laubbläser, aber auch um einen Kredit von 373'000'000 CHF – und um ein Jahresabo für Öffis für CHF 365.- (Motto: Was Wien kann, können wir auch! 🤣).
TIL: Auf dem Monte Giano in den italienischen Abruzzen hat man 1939 Pinien so gepflanzt, dass sie das Wort "DUX" (≈ it. 'Duce') ergeben, was man von Rom aus sehen kann. 2017 haben Neofaschisten den verwilderten und z.T. abgefackelten Wald wieder hergestellt (Bildmitte rechts).
Auch wenn sich die NZZ 1971 sehr für den Einzug der Frauen ins Parlament einsetzte, war die Berichterstattung noch nicht immer ganz sattelfest: Am 01.11.1971 stellte Redaktor K. M. fest, zumindest eine Frau werde künftig auch die kleine Kammer "zieren"... 😳
The exact Gaulish equivalent of Welsh "cwrw" can be seen in an inscription whose text is a Gaulish-Latin mishmash: "nata vimpi, curmi da" = pretty girl, give (me) beer
Der Ausdruck "Amper" in Ihrem Beitrag ist uralt: Es geht direkt auf lateinisch "amphora" zurück, also die bis 26 Liter fassenden Gefäße für Öl, Wein etc. Die Germanen hatten diese typischerweise im Handel mit den Römern kennengelernt. Die Römer ihrerseits hatten Gefäß und Namen von den Griechen: 1/
Bezüglich unambitionierter Reden fällt mir die Anekdote ein, die Kreisky in seinen Memoiren erzählt:
Diese Familiennamen sind immer selten und kommen – noch nach vielen Jahrhunderten – innerhalb einer eng begrenzten Region vor. So sind die Pizzaballa auf die zentrale Lombardei beschränkt, von wo auch der Stammvater dieser Familie kommen muss: