Stefan Bach
@sbachtax
Steuerexperte DIW Berlin
Im historischen Längsschnitt hatten in 🇩🇪 auch #Vermögensteuer & #Vermögensabgabe größere fiskalische Bedeutung. Beim #Wirtschaftswunder unter Ludwig #Erhard mit #Lastenausgleich zeitweise über 1% BIP – das wären heute 46 Mrd. €/Jahr (11/14)
Bei den vermögensbezogenen Steuern ist 🇩🇪 ein #Niedrigsteuerland. Das liegt vor allem an der #Grundsteuer, die in 🇨🇦oder 🇬🇧 7mal so hoch ist wie in 🇩🇪, in den 🇺🇸oder 🇫🇷 5mal so hoch (10/14)
Die indirekten Steuern liegen in 🇩🇪 leicht unter dem #OECD -Durchschnitt. Der #Mehrwertsteuer -Regelsatz ist mit 19% moderat. Da ist noch Luft nach oben, der steuerpolitische Elefant🐘 im Raum (7/14) share.google/RbiG1R5F3FsK...
Beim Ranking nach den Steuern i.e.S. liegt 🇩🇪 sogar unter dem #OECD -Durchschnitt (6/14)
Bei der gesamtwirtschaftlichen Steuer- & Abgabenbelastung ist 🇩🇪 dagegen keineswegs (Vize)Weltmeister, sondern im oberen Mittelfeld, so wie beim Fußball⚽️ (5/14)
Dadurch sehr hohe Steuer- und Abgabenbelastung mittlerer & höherer Arbeitseinkommen. Hier ist 🇩🇪 seit langem Vize-Weltmeister in der #OECD-Liga, hinter 🇧🇪 (4/14) @oecdstatistics.bsky.social www.oecd.org/content/dam/... stat.link/tao6wd www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/...
Die gesamtwirtschaftliche Steuerquote verläuft in 🇩🇪 seit dem #Wirtschaftswunder erstaunlich konstant – zwischen 23 bis 25% des BIP, aktuell 23,4%. Säkular gestiegen sind die Sozialbeiträge, perspektivisch steigen sie weiter (Rente, Gesundheit, Pflege) (2/14)
In der Verteilung nach Haushaltstypen zeigt sich, dass auch Geringverdiener real zumeist leicht belastet werden, Normal- und Besserverdiener um 100 bis 200 €/Jahr (6/7)
Die Steuerentlastung der Koalition fällt im Vergleich zur kalten Progression durchgängig niedriger aus – auch bei geringen Einkommen (4/7)
Annahme: Die Verbraucherpreise steigen 2026 & 2027 um insgesamt 5,0% (vorsichtig gerechnet, die aktuellen Prognosen erwarten 6,0%). Zur Entlastung werden Grundfreibetrag und Einkommensgrenzen des Tarifs entsprechend erhöht. (2/7) www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/F...
Hier Fallstudien zur Steuerreform der Koalition für Haushalte und Familien mit unterschiedlichen Einkommen www.sueddeutsche.de/projekte/art...
Die relativen Entlastungen bezogen auf das zvE sind im Eingangsbereich des Tarifs am höchsten. Absolut in Euro Entlastungen von gut 100 €/Jahr bei mittleren Einkommen, die auf knapp 200 €/Jahr bei Besser- und Hochverdienern steigen (3/6)
Grundfreibetrag steigt auf 12 900 € zu verst. Einkommen (zvE), Knick 2. Progressionszone bleibt bei 17 800 € zvE mit 23,97%, Spitzensteuersatz 42% ab 70 600 € zvE, 1. Reichensteuersatz 45 % ab 250 000 € zvE, neuer 2. Reichensteuersatz 47 % ab 280 000 € zvE (2/6)
„Sire, il y a des juges à Washington“ www.preussenchronik.de/thema_jsp/ke... www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln...
Dadurch verschlechtern sich die Arbeitsanreize in der Mitte. Normalverdiener & Besserverdiener würden weniger entlastet. Spitzenverdiener massiv entlastet, um 20 TEuro/Jahr bei 250 TEuro zu verst. Einkommen, um 112 TEuro/Jahr bei 1 Mio. Euro zu verst. Einkommen (6/6)
Laut Höne/FDP soll der progressive Steuertarif durch einen einzigen Steuersatz ersetzt werden, #FlatTax. Aufkommensneutral wäre eine Flat Rate von 35%: Mindereinnahmen 91 Mrd. Euro 2027, der Rest-Soli wird abgeschafft (5/6)
Relativ zum steuerpflichtigen Einkommen starke Entlastungen unten. Absolut in Euro werden alle Steuerpflichtigen ähnlich entlastet, gut 2 200 Euro im Jahr, durch den Soli hohe Einkommen etwas stärker (3/6)
Beim aktuellen Steuertarif (Eingangssteuersatz auf der Kurve von 25,6%) Entlastungen/Mindereinnahmen von 89 Mrd. Euro 2027, 1,87% des BIP. Allerdings keine Stärkung der Arbeitsanreize, da die Grenzbelastungen bei höheren Einkommen gleich bleiben (2/6)
Unten in steuerpflichtigen Personen, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2 Personen gezählt. 4,4 Mio. Personen im Spitzensteuersatz 2022, bezogen auf die Bevölkerung ab 20 sind es 6,6%, wieder angestiegen nach Corona
Belastungen ab 141 000 € zu verst. Einkommen. Natürlich steuerpolitisch & tarifästhetisch unschön: Die höhere Steuerbelastung wird versteckt, negative Arbeitsanreize für Besserverdiener, die Grenzsteuersätze springen wieder nach unten bei hohen Einkommen (17/20)
Hier angewendet auf das Tarifkonzept von Bury/Dorn: Abschmelzen des Grundfreibetrags ab 100 000 € um z.B. 25% für übersteigende Einkommen. Das reduziert die Mindereinnahmen von 28 Mrd. €/Jahr auf 21 Mrd. €/Jahr (16/20)
Deutlichere Entlastungen bei geringen & mittleren Einkommen, zugleich erhebliche Belastungen bei Höherverdienern ab 90 000 € zu verst. Einkommen. Nachteil ebenfalls: nur geringe Entlastung bei den Grenzsteuersätzen unten & in der Mitte, dafür deutliche Erhöhungen oben (11/20)
Noch ausgeprägter beim Vorschlag des DGB: Grundfreibetrag deutlich erhöhen auf 15 400 €, Eingangsteuersatz 22%, linear-progressiv (Stoltenberg!) bis 49% bei 88 800 €, Reichensteuersatz 52% ab 140 000 € (10/20) www.dgb.de/fileadmin/do...
Das bedeutet gleiche Entlastung von gut 400 €/Jahr für alle ab diesem Einkommen, relativ zum Einkommen sinkend. Durch den Rest-Soli etwas höhere Entlastung bei Besserverdienern. Nachteil: Keine Entlastung bei den Grenzsteuersätzen, um die Arbeitsanreize zu verbessern (7/20)
Man kann bei der Einkommensteuer den Grundfreibetrag deutlich erhöhen, zB. um 2 500 €, und dann auf der Grenzsteuersatzkurve bei 19% Eingangsteuersatz starten, siehe unten. Das einspricht einem Steuerabzug/tax credit gut 400 €/Jahr ab 15 000 € zu verst. Einkommen (6/20)
Die #Mehrwertsteuer ist der steuerpolitische Elefant der Koalition.🐘💰 Szenario 21-10-0: Erhöhung Regelsatz von 19% auf 21%. Erhöhung ermäßigter Satz auf von 7% auf 10%, außer für Lebensmittel. Nullsteuersatz für Lebensmittel. Ein Thread 🧵(1/10)⬇️ www.merkur.de/verbraucher/...
Bei Bach/Stoltenberg Mindereinnahmen von 21 Mrd. € im Jahr. Die unteren 98% werden um 26,5 Mrd. € entlastet, die unteren 90% um 20,0 Mrd. € die unteren 70% um 8,5 Mrd. € (4/7)
Der Bach-Stoltenberg-Vorschlag fokussiert Entlastungen auf Mittel- & Besserverdiener mit zu verst. Eink. bis 65 000 € (brutto 81 000 €). Der Unions-Vorschlag entlastet stärker Besser- & Hochverdiener & bedeutet 7 Mrd. €/Jahr höhere Mindereinnahmen (3/7) bsky.app/profile/sbac...
„Bach/Stoltenberg“-Kompromiss-Vorschlag zur #Einkommensteuer, Vergleich zum Unions-Vorschlag von Yannick Bury & Florian Dorn: Fokussierung der Entlastungen auf mittlere Einkommen, Mindereinnahmen 21 Mrd. €/Jahr. Ein Thread (1/7)🧵⬇️ bsky.app/profile/sbac... www.spiegel.de/wirtschaft/s...