Claus Pándi
@cpandi
It‘s not necessary to react to everything you notice.
Spanien hat eine Krise über deren Ursachen bereits einiges klar, einiges noch zu klären ist, in enorm kurzer Zeit mit Bedacht weitgehend gelöst. Nun frage ich mich: Was ist da jetzt für Bundeskanzler Stocker das Warnsignal?
An Claudia Bauer (ÖVP) und Johann Wadephul (CDU) ist eindrucksvoll zu sehen, wie verantwortungsvolle und wie verantwortungslose Politik aussieht. Wenn der ÖVP noch irgendetwas an Europa liegen sollte, müsste jemand mit der Europaministerin reden. Stocker wird es wohl eher nicht sein.
Welchen famosen Berater in der Volkspartei denken mit diesem haarsträubenden Unsinn der FPÖ Wählerstimmen abluchsen zu können? (Ich weigere mich zu glauben, dass dem Bundeskanzler soetwas selbst einfällt. Das wäre in höchstem Maße beunruhigend.)
Hab das nocheinmal gelesen. Nur um den Text darauf abzuklopfen, ob da irgendetwas einen Bezug zu den realen Vorgängen hat. Absolute Fehlanzeige. Der Mann ist Regierungschef. Warum macht er das? Selbst wenn das nur populistisch sein soll, ist der Text von niederschmetternder Schlichtheit.
Das mit dem Parteirebellen und kritischem Denker (links außen) ist mir noch lieber.
Nachdem der Bundespräsident in Bregenz die „liberale Demokratie“ zu einer verteidigenswerten Angelegenheit erklärt hat, wird das nun mit der Salzburger Rede des Honorar-Speakers der Industriellenvereinigung noch ein Sommer der Erkenntnisse.
Fühlte mich heut, Anlass nebensächlich, vom @arminthurnher.bsky.social an die der Not und der Vernunft gehorchende Distanz in distanzloser Zeit erinnert: Etwas, mir kams grad passend vor, vom Michael Krüger (aus: „Im Wald, im Holzhaus, Suhrkamp, 2021).
Es ist eine schöne Tradition der Sozialdemokratie, dass sie Menschen unterstützt, die in schwierige Lebensumstände geraten sind.
Klar, wie auch. Würd auch nicht zu dem Schnappschuss passen, den ein Passant unlängst beim Manfred-Juraczka-Park gemacht hat.
Kanzler Stocker muss heute erkannt haben, dass er sich nicht vor seiner Verantwortung drücken kann. Sicher keine einfache Kehrtwende. Muss man anerkennen. Anders Wiens Bürgermeister Ludwig. Der tut weiter so, als ginge ihn das alles nichts an. Ist innerlich offenbar schon ziemlich hart imprägniert.
Schmittianisches Denken kann er der Spahn. Vielleicht denkt er auch für seinen europäischen Freundeskreis mit?
Martin Engelberg erwartet jetzt in der ÖVP einen ihm aus der Psychologie bekannten „Faymann-Effekt“ und beschwört in einer Spielart des Wiener Innenstadt-Voodoo, bekannt als Fabios-Kult, einen Umsturz herbei, der offenbar Stocker wegspülen und wohl einen schaumgeborenen Basti hervorbringen soll.
Das ist ein prachtvolles Motiv. Da fühlt man richtig, wie gut das Geld investiert ist. Ich würd das Duo sogar starten lassen. Ganz großes Kino.
Vielleicht könnte man das beim heutigen Economist- „Presse“-Newsletter noch einbetten. Das ist ein apart subtiler Videobeitrag. Wenn nicht sogar ein Fundament allen Meinens.
Wenige Tage vor Hockneys Tod hatte ich mir dieses Gesprächsbuch (s.u.) gekauft; es ist leider wirklich nicht sehr gut (Interviewer furchtbar eitel), aber dennoch macht es unglaublich gute Laune. Was offene Augen und Farben und Landschaften mit einem machen. Kleine Empfehlung für heute.
Empfand bisher immer fast körperlichen Schmerz, wenn Innenminister Gerhard Karner etwas gesagt hat. Allerdings lese ich da jetzt, dass der Mann offenbar doch auch differenzierter denken und sprechen kann. (Quelle: Profil). Bin dezent verstört und muss darüber nachdenken.
Man ist ja schon froh, wenn diese Leute sich nicht noch ganz anders ausdrücken; aber ich frag mich, wo dann diese Leut, die so sowas sagen, selber ihre Ferien verbringen? Am Balkon daheim?
Glatt den nächsten Coup übersehen. Stocker entdeckt die Welt. (Wär er bloß Buddha geblieben.)