Dennis Tamesberger
@tamesberger
Leiter Team Sozialpolitik, @akoberoesterreich.bsky.social, Blog @aundw.bsky.social, Sozialpolitik, Sozialstaat, Sozialversicherung, Arbeitsmarkt, Jugendarbeitslosigkeit.
Notwendig es ist, genau bei den Gründen für Präsentismus anzusetzen. Es braucht mehr Sicherheit in der Arbeitswelt, ausreichend Personalausstattung, aber auch einen Kündigungsschutz während des Krankenstandes.
Die Folgen von Präsentismus sind weitreichend. Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) war länger krank als notwendig. Besonders besorgniserregend ist, dass 13 Prozent der Betroffenen einen Rückfall hatten und zehn Prozent später mit stärkeren gesundheitlichen Problemen kämpften.6/n
57 % der Arbeitnehmer:innen geben an, aus Pflichtgefühl gegenüber den Kolleg:innen krank zur Arbeit gegangen zu sein. Aber auch Ängste bringen Beschäftigte dazu, krank zur Arbeit zu gehen: 11 % fürchten sich vor Unmut oder Ermahnung durch Vorgesetzte und 8 % haben Angst vor einer Kündigung. 5/n
Arbeitsdruck und Präsentismus stehen in engem Zusammenhang: 94 Prozent der Personen, die sich durch Arbeitsdruck (stark) belastet fühlen, gehen trotz Krankheit zur Arbeit. Bei Beschäftigten mit geringer oder keiner Belastung liegt dieser Anteil mit 66 Prozent deutlich niedriger. 4/n
Frauen gehen häufiger krank zur Arbeit als Männer. Ein besonders hoher Wert zeigt sich bei jungen Frauen im Alter von 16 bis 25 Jahre – hier sind es 93%. Dahinter stehen oft berufliche Unsicherheit und die Angst vor negativen Konsequenzen. 3/n
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt eine dramatische Verschärfung der Situation. Vor allem seit der Jahr 2019 ist dein deutlicher Anstieg der Menschen, die trotz Krankheit arbeiten, zu beobachten. Eine Erklärung hierfür ist Homeoffice, aber nicht nur. 2/n
Schon heftig wie die Anzahl der Lehranfänger:innen zurück geht. Da brauchen die Betriebe nicht mehr über zu wenige Fachkräfte klagen.
Bei den Wahlärzt:innen ist neben der Leistbarkeit das zentrale Problem der geringen Versorgungswirksamkeit. Obwohl es mittlerweile mehr Wahlärzt:innen als Kassenärzt:innen gibt, weisen sie nur rund acht Prozent der Versorgungswirksamkeit des kassenärztlichen Bereichs auf.
Bei der heutigen @akoberoesterreich.bsky.social PK wurde sichtbar: OÖ hat die niedrigste Ärztedichte im Bundländervergleich. Aber das Problem sind nicht zu wenig Ärzt:innen, sondern zu wenig Kassenärzt:innen. Mittlerweile gibt es mehr Wahlärzt:innen als Kassenärzt:innen in OÖ. #Zweiklassenmedizin
Positiv ist, dass auch die Beschäftigung gestiegen ist. Im Vgl. zum VJ (April) stieg die Beschäftigung von Frauen (61 J.) um 11.580 (99,6%). D.h, dass 1/5 in die Arbeitslosigkeit u 4/5 in Beschäftigung mündeten. Vertiefende Analysen zu OLF und andere Beschäftigungsformen wären noch spannend.
Wie wirkt sich die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters aus? Die Arbeitslosigkeit von Frauen im betroffenem Jahrgang steigt deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr (Mai) stieg die Arbeitslosigkeit von Frauen im Alter von 61 Jahren um 2736 Arbeitslose bzw. um 1144,8% im Vergleich zum Vorjahr.
Die Arbeitsmarktlage ist in Ö nach wie vor angespannt, wobei es einige positive Entwicklungen gibt. Der positive Beschäftigungszuwachs ist getrübt durch den Arbeitslosigkeitsanstieg bei den Frauen. Während sich die Industrie erholt, verzeichnet der Handel mehr Arbeitslose.
Arbeitslosigkeit ist der Hauptgrund für Überschuldung. Es zeigt sich einmal mehr: Die finanzielle Absicherung während der Arbeitslosigkeit ist in Österreich zu niedrig.
Weitere brisante Details zur #PVA - Gutachterpraxis. Fast die Hälfte der Frauen berichten, dass sie bei der Untersuchung eingeschüchtert wurden. Zusätzlich wird Frauen öfter als Männern unterstellt, sie würden ihre Erkrankung nur simulieren (48 % vs. 33 %). ooe.arbeiterkammer.at/service/pres...
Verbesserungen in der PVA sind dringend angezeigt. Denn nur wenn die Menschen tagtäglich spüren, dass sie Rechtsansprüche haben und die Institutionen in ihrem Dienst fungieren, unabhängig von der sozialen Klasse, wird langfristig die Zustimmung zum Sozialstaat und zur Demokratie gewährleistet. 7/n
Besonders schockierend ist, dass negative Begutachtungserfahrungen bei Menschen mit geringem Einkommen noch mal stärker ausgeprägt sind. Hier wird soziale Ungleichheiten noch weiter verstärkt, was die Akzeptanz von der Sozialversicherung und vom Sozialstaat schwächt. 5/n
Antragsteller:innen auf Pflegegeld berichten über unangekündigte Begutachtungen zuhause. Diese werden als Belastung beschrieben. Bei Anträgen auf Pflegegeld berichten 8%, dass eine Begleitperson nicht erwünscht oder verboten war, bei Anträgen auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension 30% 4/n
Befragte berichten auch über den Eindruck der Voreingenommenheit der Gutachter:innen und, dass ihnen als Antragsteller:innen unterstellt werde, ihre Beschwerden vorzutäuschen, oder auch, dass die Begutachtung von vornherein auf eine Ablehnung ausgerichtet gewesen sei. n/3
Insgesamt wird die Untersuchungssituation überwiegend negativ erlebt. 70 Prozent der Antragsteller:innen auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension bezeichnen die Untersuchung als wenig oder gar nicht respektvoll. Bei Anträgen auf Pflegegeld sind es 42 Prozent. n/2
Aktuell sind nur mehr 36 % der Befragten mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das sind um 8 %punkte weniger als 2024 und um 11 %punkte weniger als 2023. Das sind die Folgen der türkis-blauen-Kassenfusion. Mehr Details zur aktuellen Studie gibt es hier. ooe.arbeiterkammer.at/service/pres...
Freut mich sehr, dass die Linzer Festschrift 70 Jahre ASVG veröffentlicht wurde. Ein Meilenstein des Ö-Sozialstaates. Mit Theresa Praschl @jku.at habe ich einen Beitrag zum Thema Aussteuerung beigetragen. Hier besteht die Notwendigkeit Lücken zu schließen, was in der Tradition des ASVG wäre.
Nähere Betrachtung bedarf es bei den Frauen. Die Frauenbeschäftigung ist um 0,9% gestiegen, die Frauenarbeitslosigkeit aber um 6,6%. D.h. die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters führt aktuell zu vermehrter Arbeitslosigkeit. @thomaspilgerstrfer.bsky.social @akoberoesterreich.bsky.social
Die heute veröffentlichten #Arbeitsmarktdaten weisen positive und negative Entwicklungen auf. Positiv ist, dass die #Jugendarbeitslosigkeit wieder sinkt. Leider ist die Anzahl an Lehrstellensuchenden nach wie vor hoch. Weiterer Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosen (+12,8%) auf 102.491 Betroffene.
Im Jahr 2023 waren 48 Prozent der Oberösterreicher:innen davon betroffen, dass sie keinen Termin bekommen, weil keine neuen Patient:innen aufgenommen werden. Ein Jahr später, 2024 waren bereits 55 Prozent (stark) betroffen. 5/n
Im spitalsambulanten Bereich lag OÖ 2023 mit 39 Ärzt:innen auf 100:000 Einwohner:innen im unteren Mittelfeld. Trotz steigender Zahlen liegen wir damit deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von rund 47 Ärzt:innen. Deutlich höhere Werte haben Wien, Tirol, Salzburg und Kärnten. 3/n
2023 kamen in OÖ nur mehr rund 67 Kassenärzt:innen auf 100.000 Einwohner:innen. Das ist der schlechteste Wert im Vergleich zu allen anderen Bundesländern. OÖ liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 75 Ärzt:innen. Überdurchschnittlich hohe Werte haben das Burgenland und Wien. 2/n
Das bereitet mir Sorgen. JedeR Vierte Arbeitslose ist nicht in der Lage die Wohnung angemessen zu heizen. 14% können sich jeden zweiten Tag keine Hauptmahlzeit für alle Haushaltsmitglieder leisten. Wir brauchen eine bessere finanzielle Absicherung von Arbeitslosen.
Arbeitsmarktsituation nach wie vor sehr angespannt. Fast 390.000 Menschen entweder arbeitslos oder in Schulung. Arbeitslosenquote liegt bei 7,3% (+0,4%punkte). Offene Stellen nur mehr bei 76.289 (-12,8%). Besonders problematisch d Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit, was viele negative Folgen hat.
Höchst problematisch ist der Rückgang der Ärztedichte. Die Anzahl der Allgemeinmediziner:innen pro 1.000 Beschäftigte sank zwischen 2005 und 2022 um 17 % (von 1.57 auf 1.30). Der Rückgang betrifft vor allem Kassenpraxen.
In Ö waren 70.796 (+5%) junge Menschen entweder auf Lehrstellensuche (11.205, +10,8%), arbeitslos 33.821 (+1,7%) und in Schulung (25.770, +7%). Insbesondere die Zahl der Lehrstellensuchende ist der höchste August-Wert seit dem Jahr 2000. Das zum Thema #Fachkräftemangel.