Thomas Heichele
@thomasheichele
📍Allgäu / Augsburg Philosoph an der schönsten Uni der Welt! Schwerpunkte in der Philosophie: Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte, Technikphilosophie, Anthropologie, Logik ...
nicht umsonst „Relativitätstheorie“, „Quantenfeldtheorie“, „Evolutionstheorie“, „Chaostheorie“, „Mengentheorie“ ...
Lassen wir das Wochenende wieder einmal gehaltvoll ausklingen - "Deine-Mutter-Witze" in der griechischen Philosophie:
Wahrheit – verstanden in einem korrespondenztheoretischen Sinne als Übereinstimmung von Aussage und Wirklichkeit – geht? Wie können wir ausschließen, dass am Ende nicht eine ontologisch fundamental falsche Theorie steht, die aber empirisch adäquate Vorhersagen macht?
Gestern: Über die Seele im Seminar zur Philosophie des Geistes diskutieren. Heute: Die Seele am See baumeln lassen.
Vorbereitungen für einen weiteren Teil meines Blockseminars zur Philosophie des Geistes morgen: Auseinandersetzung mit den ganzheitlichen subjektiven Erlebnisqualitäten beim Vespafahren durch das Allgäu.
Hier ein Beweisbaum für den prädikatenlogischen Beweis, dass aus den Aussagen „Alle Menschen sind sterblich“ & „Alle Tische sind Möbelstücke“ sowie den Aussagen „Es gibt Menschen“ & „Es gibt Tische“ logisch „Es gibt Dinge, die sterblich sind, und es gibt Dinge, die Möbelstücke sind“ folgt. Legende⬇️
Logischer Servicepost: Beweisbäume In der Logik können Beweisbäume helfen, Beweise graphisch zu veranschaulichen. Dabei werden die Prämissen an Enden von Ästen notiert, die verwendeten Schlussregeln an den „beteiligten“ Ästen und die Schlussfolgerungen an Knoten von Ästen – die Konklusion
Funfact: Die visuelle Wahrnehmungstäuschung, bei der zwei gleich große Kreise wegen jeweils verschieden großer sie umgebender Kreise als unterschiedlich groß wahrgenommen werden, heißt „Ebbinghaus-Täuschung“*. * Benannt nach dem Psychologen Hermann Ebbinghaus (1850–1909).
Ein passender Lesetipp: Welche Daten finden in der Klimawissenschaft warum Verwendung, was sind Klimamodelle und wie funktionieren Computersimulationen, warum lässt sich das Klima im Gegensatz zum Wetter auf lange Frist voraussagen, was sind rationale Entscheidungen im Kontext des Klimawandels, ...
verständlich dargestellt und decken eine große thematische Breite ab. Gut zum „Hineinschnuppern“ und auch für Einsteiger geeignet! Kühne schließlich legt eine hervorragende Studie über Gedankenexperimente vor, wobei es sich hier v.a. um wissenschaftstheoretische und -historische Aspekte
Levy beschränkt sich nicht nur auf typische Gedankenexperimente aus der Philosophie, sondern behandelt auch Klassiker aus der Physik (z.B. Großvaterparadoxon & Schrödingers Katze). Im Gegensatz zu Bertram fehlt ein separater theoretischer Teil, aber die einzelnen Gedankenexperimente (fast 40) sind
Der entscheidende Punkt: Aus dem kontrafaktischen Szenario können z.B. Folgerungen hinsichtlich unserer Begriffe, Theorien oder gar der tatsächlichen Beschaffenheit der Welt gezogen werden. Bertram („Philosophische Gedankenexperimente“) liefert in einem 1. Teil theoretische Grundlagen
Painfact: Es zeugt nicht von „wissenschaftlicher Aufgeklärtheit“, Wissenschaft auf ein Podest der rationalen Unanfechtbarkeit zu heben („Wissenschaft ist stets objektiv“, „In der Wissenschaft zählt nichts als Evidenz“, ...), während man all jene Diskurse in der Wissenschaftstheorie ignoriert,
Heute gab es wieder mal einen kleinen Ausflug an die Medizinfakultät und ich habe ein bisschen über Wissenschaftstheorie gesprochen ... (Ein paar Studierende mehr waren dann schließlich doch da.)
Organisierte Bildungsferne, die allerlei Schwurbeleien Vorschub leistet! NB: Die Homöopathie hat eine vernichtende empirische Datenlage (keine spezifische Wirksamkeit bzw. keine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus) und ist zudem von einer hochgradigen theoretischen Unplausibilität geprägt.
Funfact: FEYERABEND sprach im berühmten Interview mit SAFRANSKI 1993 mit Blick auf Sicherheit, die jeder brauche, wobei das z.B. Freundschaft oder durchaus auch die Religion bzw. der Glaube an Gott leisten könne, von einem „Aufklärungsfeldzug“, der nur die wissenschaftliche Erkenntnis gelten lasse:
Ein Lesetipp zur Metaphysik! Wer einen klugen metaphysischen Komplettentwurf – also eine umfassende metaphysische Theorie – kennenlernen möchte, wird hier 👇 fündig. Dabei muss jedoch klar sein: Es ist ein anspruchsvolles Werk, das u.a. logische Herausforderungen bereithält.
Philosophischer Servicepost: Der Kategorische Imperativ (KI) ist nicht mit der Goldenen Regel (GR) identisch: Darauf hat schon Kant selbst mit Nachdruck hingewiesen! Die GR nimmt nur subjektive (und bei den Menschen unterschiedliche) Vorlieben als Kriterium an. Das möchte Kant mit dem KI umgehen.