Akrotelm 🌾
@akrotelm
Skeets zu Blümchen 🌱 & Biodiversität 🐝 Landnutzung 🚜 & Naturschutz 🦉 Dürre 📉, Wasser 💧 & #MoorMussNass Politik & Gesellschaft
So, auch mal wieder Nordwestdeutschland angucken. 2 Tage südliches #Schleswig-Holstein, ich freue mich schon auf mal wieder andere Landschaftsperspektiven. 🤗
Und jetzt brennt 🔥es. Schon 270 Hektar. "Für den #Waldumbau gut", denke ich insgeheim, denn das Feuer schafft Grundlage für etwas neues, besseres. Aber sage es meist nicht laut, denn Feuer ist tatsächlich gefährlich, macht Angst. Und Waldbrand ist eine Katastrophe, das haben wir alle gelernt. /6/
Eigentlich sollen Laubwälder aus den Kiefernplantagen werden, aber zu hohe Wildbestände 🦌 verhindern das, da Rehe & Damwild alle aufkommenden Laubbäume 🌳niederfressen. Es entwickelt sich nix, obwohl es keine forstlichen Eingriffe mehr gibt. Und der Kiefernbestand bleibt, sogar in der Kernzone. /5/
Diese Kiefernforste 🌲🌲 sind ein Problem. Sie sind 🔹artenarm & strukturarm☠️ 🔹grundwasser-zehrend ❌💧 🔹leicht entflammbar 🔥 ...und all das wird mit der fortschreitenden #Klimakrise noch schlimmer. 👉 Diese Kiefernforste müssen weg und zu Laubwald werden- besser heute als morgen. 🌲➡️🌳 /3/
Ggf. notwendig, oft wohl nicht, da Pappel, Weide und Co extrem leichte flugfähige Samen hat.
Landschaft, keine Fressfeinde, keine Jagd...logisch, was passiert Und die Rehe🦌 fressen alles auf, was geht. Da überlebt auch außerhalb der Wild-Ruhezone keine Eiche und Buchen schon garnicht. 👉 Man hat also einen jetzt natürlich stabilen Zustand der künstlichen Kiefernplantagen geschaffen. 🤷♂️ /5/
Aber 1998 hat man im Nationalpark eine 1700 ha große Wild-Ruhezone geschaffen. Wildnisentwicklung im Nationalpark eben auch mit Wild 🦌🐾 - und ohne Jagd! Tolle Sache denkt ihr? Ja nun.... Die Schalenwildbestände sind in der Folge explodiert. Eine von uns Menschen mit Nährstoffen vollgepumpte... /4/
Hier, das ist sind beides Fotos von Juli 2023 aus der Kernzone (!) im Müritz-Nationalpark nahe Kratzeburg. Kiefern, Kiefern, Kiefern. Ziel ist Naturwaldentwicklung. Es passiert aber....nix. In über 30 Jahren keine Naturverjüngung von Laubbäumen, kein natürlicher Wandel zum Laubwald. /2/
6 Monate später: Die gleiche Fläche wie unten jetzt in blütenbunt! Wie prognostiziert haben auf den durch die Wildschweine 🐗 verursachten Störstellen viele krautige Blütenpflanzen 🌼🌿🌺 keimen können. 👉 Ihr wollt das auch? Dann spielt 🐗. Haut im Herbst (euren) Rasen um und sät dann Wiesenblumen!
Naturschutzgebiets-Realität: 👉 17 Hektar artenreiche Moorwiese, auf einen Schlag abgemäht. Das überlebt kaum ein Insekt. Denn selbst wer 🦋🦗🪲das Kreiselmähwerk 🚜 übersteht, dem fehlt danach Schutz & Nahrung. ☠️ Es ginge anders, aber es wäre halt teurer. Und für #Naturschutz fehlt halt das Geld. 🤷♂️
Grade auf diese anschauliche Grafik aus einer VÖ der @leopoldina.org gestoßen, welche die schleichende Homogenisierung der Landschaft und ihre Folgen zeigt: 👉 Unterschiedliche Nutzung & Strukturen sind maßgeblich für Artenvielfalt. Und ihr Verlust einer der Haupttreiber fürs Artensterben. ☠️
Falls ihr euch wundert, dass es aus der #Landwirtschaft kaum Klagen zur #Dürre gibt: 1. Relevant ist die "nutzbare Feldkapazität", nicht die #Dürre als relativer Wert. 2. Zur Zeit des Aufwuchses der Kulturen gab es in weiten Teilen Für diese genug Regen. 🤷♂️ 👉 Dürre ≠ pflanzenverfügbares Wasser
Ehrlicherweise ist die #Dürre schon längst da. Und: 👉 Der gleichsam massiv gestörte Landschaftswasserhaushalt war nie weg, sondern begleitet uns schon viele Jahre und wird immer immer schlimmer...
Wann habt ihr zuletzt das elektronische Ding mal weggelegt und wieder ein Buch 📚 gelesen? Ich habe letzte Woche -endlich- #Mittagstunde von Dörte Hansen durchgelesen - und bin immer noch in Gedanken dabei. Lohnt. Sehr.
Ja. Ja. Ja! Wasserrückhalt statt andauernde #Entwässerung! Wir müssen aber JETZT damit 👇 anfangen (und hätten es eigentlich vor 30 Jahren schon tun müssen...)
Ich sagen den im Winter und Frühling über Biberdämme 🦫wütenden Landwirten 🚜 immer: "Reißt den Damm mal nicht weg sondern wartet erst mal ab. Der Sommer wird eh wieder sautrocken. Das überschüssige Wasser verschwindet dann schon und bis dahin sind eure Flächen gut wasserversorgt." Und siehe da...
Gestern in einem meiner Lieblingsmoore gewesen und seit langem mal wieder eine Sumpf-Stendelwurz 🪻 (Epipactis palustris) in Blüte gesehen. 🥰 Eine Orchidee, die nährstoffarme, basenreiche und selbstverständlich nasse #Moore mag. Standorte, die infolge von #Entwässerung selten geworden sind. 😐
Es ist nicht ganz trivial anfangs durchzusteigen, aber dann geht es. Besonders interessant sind die einzelnen, speziellen Artikel, die kommentiert werden können. Zur besseren Übersicht macht es Sinn sich anfangs das Gesamtdokument runterzuladen, um zu wissen, wo was steht.
Guten Morgen, zurück aus dem Urlaub und zuhause wartet eine neue Katapult-Ausgabe, diesmal zum Thema #MoorMussNass und #Landwirtschaft. 👌 Danke @katapult-mv.bsky.social fürs dranbleiben am Thema!🫶
...wobei in der Unter- #Elbe die künstlichen Ausbaggerungen ( #Elbvertiefung) hinzukommen, die das Problem nochmals massiv verschärfen. Hier 👇 gut dargestellt vom @bund.net . /2/ www.bund-hamburg.de/themen/umwel...
Ein Nachtrag: Zur Nazizeit wurden die Rosenheimer Filze als Übungsgebiet für Kampfbomber genutzt. Geübt werden sollte der zielgenau Abwurf von Bomben, genutzt wurden Attrappen aus Beton. Die unkritische Art und Weise der Erinnerung auf Tafeln vor Ort verursacht bei mir ein Störgefühl. /5/
Insgesamt sind die Rosenheimer Stammbeckenmoore riesengroß und Sterntaler und Kollerfilze nur zwei kleinere Teilbereiche. Es wurde zwar viel gemacht, aber noch immer sind weite Teile sehr trocken, was man u.a. an der Bewaldung 🌲🌳 erkennen kann. Naturnahe (= nasse) Moore sind immer waldfrei! /4/
Die Kollerfilze wurden bis 2005 für die Produktion von Blumenerde großflächig abgetorft und seit 2010 (?) dann restauriert. Man sieht schon erste Erfolge, aber noch dominieren Wasserflächen (was viele Vögel, wie zB auch Kiebitze, ziemlich geil finden). /3/
Tatsächlich sind die "Sterntaler Filze" noch recht nah dran an einem natürlichen Zustand, wobei eine negative Beeinträchtigung durch die #Entwässerung drumherum dennoch sichtbar ist. Aber es gibt eben noch großflächig regenmoortypische Vegetation aus Torfmoosen, Rosmarinheide, Schnabelried... /2/
Regenmoore in Oberbayern Die "Sterntaler Filze" (links) und Blick auf die in wiedervernässten "Kollerfilze" (rechts) in den "Rosenheimer Stammbeckenmooren". Erstere gelten als naturnah, da sie nie abgetorft wurden. Letztere wurden bis 2005 industriell abgetorft und in der Folge renaturiert. /1/
Grüße vom "Forellenweg" in Oberbayern. 👋 Man ahnt, dass der Bach, der hier aus den Bergen ins Tal rauscht, mal ein perfektes Forellengewässer 🐟 gewesen sein könnte. Früher mäandrierte er durch die Wiesen, heute schnurgrade, mit ausbetoniertem Bachbett etc. Nicht nur für Forellen lebendsfeindlich. ☠️