Andrea Löw
@andrealoew
Historikerin am Institut für Zeitgeschichte in München, Lehre an der Universität Mannheim Mag sehr und schreibt hier auch über: Laufen, Reisen, Lesen, Outdoor.
Gedenkstein für die Münchener Hauptsynagoge (direkt neben dem Kaufhaus Oberpollinger), die bereits im Juni 1938 auf Wunsch Hitlers von der Firma Leonhard Moll abgerissen wurde. Es gibt historische Filmaufnahmen, die zeigen, wie die prächtige Synagoge zerstört wird, Passanten schauen interessiert zu.
"Ich erinnere mich an einen Film: das Schiff sinkt, doch der Kapitän befiehlt der Jazzband zu spielen, um den Passagieren Mut zu machen. Ich habe beschlossen, dem Beispiel dieses Kapitäns zu folgen.' Das schreibt Adam Czerniaków am 8. Juli 1942 im Warschauer Getto in sein Tagebuch. 1/x
Auch 350 Kilometer über dem Polarkreis erinnern Stolpersteine an Holocaust-Opfer. Hier in Tromsø arbeitete Moritz Klein (1911-1943) im Geschäft seines Vaters. Er wurde Ende 1942 über Dänemark nach Auschwitz verschleppt, wo er am 17. Februar 1943 nach knapp drei Monaten Zwangsarbeit im Lager starb.
"Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben." Primo Levi (31. Juli 1919 - 11. April 1987), Chemiker, Schriftsteller, Auschwitz-Überlebender. Lest unbedingt: "Ist das ein Mensch?" und "Die Untergegangenen und die Geretteten"!
Ultra Norway Race. Landschaften wie in einer anderen Welt. Allerdings war nach 46 Kilometern und 18 Stunden Schluss für uns, da wir angesichts der Bedingungen die Cut-Off-Zeit nicht geschafft haben. Egal.
Draußen. Im Paradies. Und dunkel wird es auch nicht gerade. 350 Kilometer über dem Polarkreis in Tromso ❤️
Warschau: Kino Femina. Heute im Erdgeschoss ein Supermarkt. Hier war im Warschauer Ghetto das Theater Femina, von den Aufführungen wird in vielen Tagebüchern und Erinnerungen berichtet, diese kulturelle "Gegenwelt" (Marcel Reich-Ranicki) zum Elend im Ghetto war ungeheuer wichtig für die Menschen.
Końskowola in Ost-Polen. Spurensuche im Gebiet des ehemaligen Ghettos, an Orten von Massenerschießungen und Gespräche mit zwei Zeitzeug:innen, die uns erzählen, was sie als Kinder gesehen haben. Der über 90-jährige Mann fängt mehrfach an zu weinen. Oder halt "Vogelschiss", wie die AfD sagen würde.
Geschafft! 110 Kilometer in zwei Etappen auf feinsten Trails in Finnland (ich werde tagelang keine Treppen hinunter gehen können, aber irgendwas ist ja immer...)
Die nächsten beiden Tage wird gelaufen, zum Glück bei deutlich angenehmeren Temperaturen als in Deutschland 🏃♀️🏃♀️⛰️⛰️
Das vierte, siebte und neunte Fort in Kaunas - Orte von Massenerschießungen während des Holocaust. Im 9. Fort ist eine Gedenkstätte mit Ausstellungen, die anderen Orte sind sehr verlassen, die Massengräber teils unmarkiert. Sinnbildlich das Bild vom siebten Fort: Gras ist darüber gewachsen.
Ich bin gerade auf einer Konferenz in Kaunas. Während ich beim Frühstück einen Artikel über in Litauen stationierte Bundeswehr-Soldaten lese, sitzen einige dieser Soldaten mit mir im Frühstücksraum. Alles ziemlich nah an uns dran, auch wenn einige das nicht wahrhaben wollen.
Holocaust-Überlebende Rosa Rotenberg, geboren im Sommer 1941 im Warschauer Getto, begrüßt uns im Holocaust-Museum in Buenos Aires. An der Wand eine Installation der Namen der Opfer. Bis alle angezeigt würden, würden zwei Jahre vergehen. Eindrucksvoll.
El Ateneo Grand Splendid, unfassbar schöne Buchhandlung in einem alten Theater, Buenos Aires.
"Ich rebelliere: gegen meine Vergangenheit, gegen die Geschichte, gegen eine Gegenwart, die das Unbegreifliche geschichtlich einfrieren läßt und es damit auf empörende Weise verfälscht." Jean Améry (1912-1978), Schriftsteller und Auschwitz-Überlebender, ein Jahr, bevor er sich das Leben nahm.
L'Abbaye d'Ardenne, Saint-Germain-la-Blanche-Herbe, Normandie. Institut mémoires de l’édition contemporaine IMEC. Schaut euch diesen wunderbaren Lesesaal in einer ehemaligen Kirche an ❤️📚 Mehr Infos über den grandiosen Ort, an dem ich gerade zwei Tage verbringen durfte: www.imec-archives.com
Ihr lieben Leute, kauft diese Briefmarke, schreibt Briefe und sendet die Erinnerung an Eva Mamlok millionenfach in die Welt! shop.deutschepost.de/eva-mamlok-b...
Heute wurde im Bundesfinanzministerium eine Sonderbriefmarke in der Serie "Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus" präsentiert, die an Eva Mamlok (1918-1944) erinnert, eine mutige junge Jüdin, die sich früh dem NS widersetzt hat. 1942 nach Riga deportiert, starb sie im KZ Stutthof.
Rückblick auf gestern: Spektakulär schöner Start und Zieleinlauf auf dem Altstädter Ring beim Marathon in Prag und eine schöne Medaille gab es auch nach 42,195 Kilometern🏅
Wenn ihr in Berlin seid, schaut euch unbedingt die neue Ausstellung: "Der Holocaust- was wussten die Deutschen?" in der @topographie.de an! Übrigens auch mit spannendem Begleitprogramm.