Lennart Busse
@lennartbusse
Redakteur @wasbishergeschah zuständig für Geschichtestuff und Literaturfacts / zuständig gegen schnelle Autos und schlechte Romane. Geschichte und Germanistik @UniWien
Die tschechoslowakischen Beamten bringen Ctibor in ein Heim. Das brutale Vorgehen sorgt aber weltweit für Empörung. Schließlich erreicht das Rote Kreuz, dass auch Ctibor nach Österreich ausreisen darf. Auf dem Flughafen von Wien sieht er das erste Mal nach über einem Monat seine Mutter wieder. 5/7
Die Grenzer eröffnen trotzdem das Feuer auf Ctibors Eltern und einen seiner Brüder, obwohl sie bereits auf österreichischem Gebiet sind. Die drei haben großes Glück: Keine der Verletzungen ist lebensgefährlich. Sie werden im österreichischen Krankenhaus versorgt. 4/7
Während des Kalten Kriegs überwacht die Tschechoslowakei die Grenze zu Österreich schwer. Trotzdem versuchen immer wieder Menschen die lebensgefährliche Überquerung. Während einer Passkontrolle gibt Ctibors Vater das Kommando zu Flucht. 2/7
August 1967, Tschechoslowakei: Grenzbeamte schießen auf die nach Österreich flüchtende Familie Šindar. Der jüngste Sohn Ctibor bleibt daraufhin wie versteinert vor der Grenze stehen. 1/7
Jorge Videla und seine Mittäter leben in Argentinien noch Jahrzehnte in Freiheit. 2010 wird der Diktator wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen. Im selben Jahr verurteilt ein Gericht auch die Mörder von Elisabeth Käsemann zu lebenslanger Haft. 8/11
Neuberger verschweigt das der deutschen Mannschaft, damit das Spiel ungestört stattfinden kann. Später lobt er Diktator Jorge Videla für seine „Durchsetzungsfähigkeit“. Nach Neubergers Tod 1992 nennt ihn die Sportzeitschrift Kicker „eine der ganz großen Persönlichkeiten des Fußballs“. 7/11
Sie wohnt seit Jahren in Buenos Aires und hat dabei geholfen, Regimegegnern gefälschte Pässe zu besorgen. Die argentinische Diktatur lässt damals in wenigen Jahren zehntausende Menschen brutal ermorden. Neuberger muss also klar sein: Käsemann droht der Tod. 4/11
Im April 1977 bittet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den DFB um Hilfe für Elisabeth Käsemann. Die argentinische Militärdiktatur hat die deutsche Studentin kurz zuvor verhaftet. 3/11
Ähnlich sieht das 2026 auch der DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Die Hamburger Morgenpost fragt ihn nach seiner Meinung zu Donald Trump. Seine Antwort: Warum soll sich ein Fußballverband zu innenpolitischen Themen der USA äußern? 2/11
1977, Argentinien während der Militärdiktatur: Der Deutsche Fußball-Bund könnte einer verhafteten Studentin mit einem Anruf das Leben retten. Doch DFB-Präsident Hermann Neuberger meint: Der Fußball soll sich nicht in die Politik einmischen. 1/11
Stau und brennende Müllberge kommen schließlich auch beim Rest der New Yorker:innen an. Das Thema Müllversorgung bestimmt sogar die folgende Bürgermeisterwahl. Die neue Stadtregierung sorgt schließlich dafür, dass der Straßenmüll aus East Harlem verschwindet. 8/11
Jeder ihrer Aktionen schließen sich spontan hunderte Helfer:innen an. Dass die Stadt weiterhin nichts tut, macht die Menschen aber immer wütender. Im August 1969 übergießen Schaulustige bei einem Protest den Müll mit Benzin und zünden ihn an. 7/11
Der Stadtregierung ist das recht. Der Müll kommt weg und sie muss nichts bezahlen. Nach einigen Wochen ändern die „Young Lords“ deshalb ihre Strategie. Sie blockieren nun den Autoverkehr mit dem aufgesammelten Müll. Die Mitglieder stapeln auf großen Straßen Matratzen, Sofas und Waschbecken. 5/11
Im armen Puerto-Ricanischen Viertel East Harlem stapeln sich Müll und Autowracks auf den Straßen. Die Müllabfuhr kommt nur selten. Oft braucht es Bestechungsgeld, damit sie überhaupt etwas mitnimmt. 3/11
Heute landet ein großer Teil des europäischen Plastikschrotts auf illegalen Halden in armen Ländern. Auch in den 1960ern belastet Müll vor allem Menschen ohne Geld. In New York gibt es damals sogar zwischen den einzelnen Stadtvierteln große Unterschiede. 2/11
Juli 1969, New York: Die Bürgerrechtsgruppe „Young Lords“ legt regelmäßig mit brennendem Müll den Verkehr lahm. Die Aktivist:innen protestieren dagegen, dass die Müllabfuhr sich nicht um die Viertel von Schwarzen Menschen kümmert. 1/11
Die Lagerleitung von Buchenwald hat sein Lied damals bereits aus dem Programm genommen. Doch einige Häftlinge singen es weiterhin als Mutmacher. Bis heute gehört es bei den Gedenkveranstaltungen zur Befreiung des KZ im April 1945 zum festen Programm. 8/12
Im Oktober 1942 verlegen die Nazis Löhner-Beda ins KZ Auschwitz-Monowitz. Dort bauen die Häftlinge ein Werk des Frankfurter Chemie-Konzerns IG Farben. Schließlich beschwert sich ein Konzerndirektor über das Arbeitstempo von Löhner-Beda. Daraufhin wird er so schwer verprügelt, dass er stirbt. 7/12
Das erste Mal müssen die Häftlinge das Lied im Dezember 1938 singen – stundenlang in eisiger Kälte. Von nun an gehört das „Buchenwaldlied“ zu jedem Appell. Die SS vertuscht aber lieber, dass die Autoren jüdisch sind. Und auch die 10 Mark bezahlt Rödl nicht. 5/12
Während seiner Haft im KZ Buchenwald verfasst Löhner-Beda weiterhin satirische Gedichte und andere kurze Texte. Er will damit die Insassen vom grausamen Lageralltag ablenken. 3/12
Der Wiener Fritz Löhner-Beda ist in den 1930ern ein berühmter Texter für Operetten – er hat den Text zu „Land des Lächelns” von Franz Lehár geschrieben. Sofort nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 deportieren die Nazis ihn ins Konzentrationslager. 2/12
1938, KZ Buchenwald: Der jüdische Häftling Fritz Löhner-Beda schreibt für die Lagerleitung ein „Buchenwaldlied“. Der Schluss lautet: „Wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!“ Den Nazis entgeht, dass das den anderen KZ-Insassen Mut machen soll. 1/12
Die Frauen erhalten durch das „ehrenhafte“ Unentschieden beide eine Begnadigung und setzen ihre Kampfausbildung fort. Mehr zum Thema Geschlechtergeschichte auf unserem Blog @wasbishergeschah.bsky.social! Weiterführend: Christian Mann, Die Gladiatoren, München 2013. 4/5
Der Bürgermeister von Ostia feiert sich dagegen in einer antiken Inschrift für die Einführung von Gladiatorinnen. Und auch der Kampf zwischen Amazona und Achillia wurde extra auf einem Relief festgehalten. Ihre Künstlernamen sollen vermutlich an einen Kampf aus dem trojanischen Krieg erinnern. 3/5
2. Jahrhundert, Halikarnassos in der heutigen Türkei: Duell zwischen den Gladiatorinnen Amazona und Achillia. Es begeistert das Publikum so sehr, dass es als Unentschieden gewertet wird – das seltene Ende für einen besonders beeindruckenden Kampf. 1/5
In Bamberg werden insgesamt über 800 Menschen wegen Hexerei zum Tod verurteilt. Mehr zum Thema Geschichte auf unserem Blog @wasbishergeschah.bsky.social! 5/7
Schließlich erzählt Junius den Folterknechten, was sie hören wollen. Er berichtet ihnen von angeblichen Treffen mit Dämonen und Hexen. Doch die Folter endet erst, als Junius genügend andere Menschen beschuldigt hat. Kurze Zeit später wird er hingerichtet. 4/7
Juni 1628, Bamberg: Auf Anweisung des Fürstbischofs wird Johannes Junius wegen Hexerei verhaftet. Dabei ist der ein angesehener Bürger der Stadt – und war noch ein Jahr zuvor sogar ihr Bürgermeister. Der Bischof setzt Hexenprozesse allerdings gezielt gegen politische und religiöse Gegner ein. 1/7
Der Zentralfriedhof eröffnet bereits mehr als 20 Jahre vor Luegers Amtszeit. Über dem Haupttor steht aber bis heute: „Erbaut unter dem Bürgermeister Doktor Karl Lueger“. Das Branding ist erfolgreich: Viele halten Wiens Aufstieg zur modernen Großstadt bis heute für ein Verdienst Luegers. 6/10
Er verknüpft auch die städtebaulichen Großprojekte mit seiner Person. So wird die neu geschaffene Wiener Straßenbahn „Dr. Luegers neue Elektrische“ genannt. Dabei ist egal, ob die Projekte tatsächlich auf seine Regierung zurückgehen. 5/10