Nicht Eins und Doch
@omalisa
Naturerfahrung ist die Erfahrung von Eigensinnigkeit und Unverfügbarkeit. Diesen Eigenwert der Natur gilt es zu bewahren. (Hartmut Rosa) Nicht Eins und Doch, die Sprache der Natur zwischen Einspruch und Beharrlichkeit, haben Menschen zu lange ignoriert.
Nicht mehr einheitlich im Innern zu leben, wie es einem Individuum gegeben sein könnte, sondern geteilt, zerrissen zwischen widerstreitenden Kräften. Mit dieser Aufgabe des Dividuums machte sich Nietzsche auf die Reise, das Geheimnis des Menschen und der Welt zu entschleiern. Werde, der du bist.
Von der Wiege bis zur Bahre kann meine Generation noch sensorisch sehr schmerzhafte Geschichten erzählen, die zwischen einschneidenden Kipppunkten und logischen Wirtschaftswunderkrisen pendeln, während sie sich im aktiven Widerstand gegen zunehmend entmenschlichende Hirnveränderungsprozesse quälen.
Ich muss verstehen. Das war Hannah Arendts Antrieb. Sie war eine Suchende und in ihrem Streben nach einem Verständnis der Macht, der Demokratie und unseres täglichen Tuns so entschlossen und leidenschaftlich, dass ihre Werke bis heute berühren. (Textausschnitt von Ina Schmidt, HOHE Luft 1/2016 )
Hoffnung ohne Optimismus Die Umsiedlung vom platten Land in städtische Umgebung ist fast abgeschlossen. In der Stimmung findet sich das Ich nun noch bewusster in seiner Welt vor, die sich nicht vor den Folgen von Kriegen, Krisen, Kipppunkten (weg)ducken kann und will.
Ein Vorteil des Tagebuchgführens besteht darin, dass man sich mit beruhigender Klarheit der Wandlungen bewusst wird, denen man unaufhörlich unterliegt. (Franz Kafka)
Beim innerlichen Abschied von Räumlichkeit und Zeit bekommt das zukünftige Leben einen bitteren Vorgeschmack von der überall spürbaren wirtschaftlich/politisch gewollten Unberechenbarkeit
Seltsam, aber heute wurde die gelebte Verbindung zwischen Wildgarten und Haus-Bibliothek beim Sortieren von Büchern sichtbarer. TinyForest und Nicht Eins und Doch bleiben in Gedanken für immer eine Einheit voller Einwand und Beharrlichkeit. 😊
Meine Zeit im Tiny Forest geht durch den geplanten Umzug dem Ende entgegen. Ich möchte den Account gerne behalten, nur passend zum Hier und Jetzt etwas umgestalten. Mit diesem letzten Zusammenschnitt verabschiedet sich das kleine Naturparadies. Lisa fühlt sich mit euch hier weiter beheimatet. 🌱🫶🌳
Zeit hat keine Zukunft. Entropie hat Zeit. Die große Nacht der Ewigkeit. (Peter Rudl)
Emotionen entsprechen immer dem subjektiven Standpunkt, sie ordnen Ereignisse in ein persönliches Schema von Wert und Wichtigkeit ein. (Martha Nussbaum)
Die Glut eines einzigen warmen Gedankens ist nicht mit Geld zu bezahlen. (Thomas Jefferson) ⬇️ Wir verschmelzen nicht nur mit Maschinen. Sondern auch mit den Kozernen hinter diesen Maschinen. (Franklin Foer) Es besteht längst die Notwendigkeit sich den Ideologien dieser Konzerne zu widersetzen!
Eigene Identität entsteht aus der Geschichte, die wir uns selbst und anderen über uns erzählen. Wir sind Protagonist*in, Autor*in und Zensor*in unserer eigenen Biografie. Gedanken und Gefühle kreisen in der Stille der Nacht im Zentrum der narrativen Gravitation.
Meine Geschichte von der langjährig gelebten Naturverbundenheit geht inmitten der globalen Erderwärmung ganz pragmatisch zu Ende. In der neuen Umgebung einer stadtnahen Wohnung lässt sich die Natur vielleicht auf völlig neue Weise entdecken und (be)schützen.
Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen. (J.W.v.Goethe)
Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein. Episode heißt Zwischenstück. Das Gefühl der Freiheit stellt sich im Übergang von einer Lebensform zur anderem ein [...] Und ich weine still über die verlorene Freiheit, die im stetigen Erhalt vom Tiny Forest lag.
Laut schreiendes Schweigen tobt in meinem Innersten, während sich Nachrichten vom Weltgeschehen langsam durch die Poren des größten Sinnesorgans fressen, so als sollte das Unausweichliche im Hier und Jetzt nicht entwischen, bevor zwischen Ratlosigkeit und Ohnmacht Widerstände vollends erlöschen.
Was ist vergeßlicher als Dankbarkeit? (Friedrich v. Schilller) Darum möchte ich euch kurz vorm Jahresende schnell noch durch die Blume sagen, wie unbeschreiblich gut est tut, euch hier lesen und finden zu dürfen und/oder bereits gefunden zu haben.
Manchmal wünsche ich mir meine Gedanken wären gefangen in einer dieser kleinen Kästen die man Radio nennt denn dann könnte ich sie wenigstens abschalten (Engelbert Schinkel)
Durch ein Fenster schauen und überall Frieden sehen, dann wäre Weihnachten wunderschön. (Roswitha Bloch)
Woher die Zuversicht noch nehmen, während Entscheidungsträger*innen Natur und Umwelt willentlich zerstören? Fehlende Zuversicht macht vorsichtig. (Ernst Ferstl)
Seifenblasen sind kleine Planeten. Auf ihren zerbrechlichen Oberfächen wirken die selben Kräfte, wie auf den mächtigsten Himmelskörpern. (Martin Ruepp)
Guten Morgen aus dem täglich von Kipppunkten bedrohten TinyForest. Ich werde trotzdem weiter meine ganze Kraft in dieses kleine Fleckchen Erde investieren. Es hilft schließlich niemandem, den Schwarzen Peter im Hier und Jetzt nur HIN und HER zu schieben. 🐦⬛☕️🌻🍁🐿🍃🍂🦔🐕🐈⬛...
Die Einbildungskraft, die Illusionen hervorbringt, ist wie ein Rosenstrauch, der in jeder Jahreszeit Rosen erblühen lässt. (Nicolas Chamfort)
Wer will seine Kinder/Enkel, Urenkel... *in vollem Bewusstsein* unaufgeklärt auf der Rasierklinge der Erderwärmung tanzen lassen?
Da fast alle Problementscheidungungen mit einem systemisch wirkenden Trolly-Dilemma einhergehen, wäre VIELES besser einzuordnen, wenn ALLE offen zu ihren Rollen, Entscheidungsgründen und deren Auuwirkungen stehen.
Denn viele Menschen... sind selber Intervalle und Pausen in der Symphonie des wirklichen Lebens. (Friedrich Nietzsche)
Sturmboen und Regenschauer toben sich *wie erwartet* im TinyForest aus. Die in sich fragilen Fragen bleiben. Wie lange noch wird dieser Landstrich zu halten sein? Wird das Leben in der Stadt leichter? Nein! Der Kampf in und mit der Erderwärmung *inmitten der freien Natur* ist einfühlsamer.